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Kirchberg- Wöllstein in der Stichwahl

Werner Wöllstein (mitte) mit den weiteren Kandidaten. 

Foto: Werner Dupuis

Bericht RZ vom 27.05.2019

Werner Wöllstein räumt Stimmen ab

Amtierender Stadtbürgermeister Udo Kunz muss im Juni in die Stichwahl

Kirchberg. Ein durchaus überraschendes Ergebnis brachte die Bürgermeisterwahl der Stadt Kirchberg hervor. Denn die Bewohner der Stadt auf dem Berge werden noch einmal zur Wahlurne gehen müssen. Am Sonntag, 16. Juni, kommt es zur Stichwahl zwischen dem amtierenden Stadtbürgermeister Udo Kunz (CDU) und Werner Wöllstein (FDP). Mit 44,3 Prozent und 704 Stimmen stand Werner Wöllstein am gestrigen Sonntag mit deutlichem Vorsprung in der Gunst der Wähler. Udo Kunz und der unabhängige Kandidat Hans Dunger lagen mit 30,1 Prozent (Kunz) und 25,6 Prozent der Wählerstimmen überraschend dicht beieinander.

Sichtlich enttäuscht äußerte sich Udo Kunz am Sonntagabend über das Wahlergebnis. „Es zeigt mir, dass ich es während meiner Amtszeit nicht geschafft habe, mich in die Herzen der Leute zu bringen“, resümierte Kunz. Dass es in Kirchberg offenbar keinen Bürgermeisterbonus gebe, wie das in anderen Gemeinden häufig der Fall sei, könne vielleicht an seiner Art liegen, mutmaßte Kunz. Vielleicht sei er manchen einfach zu geradlinig. „Jetzt werde ich mich mit meiner Familie darüber beraten, wie es weitergeht“, sagte Kunz. Schließlich müsse er nun Alternativen suchen. Denn auch wenn es in drei Wochen noch zur Stichwahl kommt, die es abzuwarten gelte, besonders viel Hoffnung, dass er noch einmal gewählt werde, habe er nicht. „Wäre Hans Dunger nicht auch noch zur Wahl angetreten, hätten wir heute Abend eine Entscheidung“, sagte Kunz. Dass die Kirchberger sein Angebot, eine weitere Amtszeit Bürgermeister zu sein, nicht angenommen hätten, müsse er akzeptieren. „Aber davon geht meine Welt nicht unter“, ist Kunz sicher. Immerhin habe er ja seine zehn Jahre im Amt gehabt.

Etwas Durchatmen konnte hingegen Herausforderer Werner Wöllstein am gestrigen Sonntagabend. „Die Anspannung der letzten Wochen fällt jetzt erst einmal ab“, zeigte sich Wöllstein erleichtert. Dass er einen derart großen und deutlichen Abstand zu Udo Kunz haben würde, damit hatte der Liberale nicht gerechnet. „Ich dachte, wir würden sehr viel enger zusammenliegen“, äußerte Wöllstein. Das Ergebnis des Herausforderers Hans Dunger hingegen wundere ihn weit weniger. „Der Hans hat einfach noch seine Stammwähler in Kirchberg“, weiß Wöllstein. Das habe er auch während seines Häuserwahlkampfs deutlich gemerkt. Und damit habe Dunger ihm und Kunz die gestrige Wahl versiebt. Zwar überwog Wöllsteins Freude am Sonntagabend, etwas Anspannung bleibt allerdings. „Nun heißt es noch einmal drei Wochen etwas Bammel haben“, sagte der Liberale und sieht der Wahl mit Spannung entgegen.

Dass die Wahlhelfer nach Ende der Auszählung nicht besonders froh waren, doch noch einmal an die Arbeit zu müssen, ist nachvollziehbar. Vor allem, weil es kurz vor der Wahl noch Probleme mit der Briefwahl gegeben hatte. Auf der Liste für die Verbandsgemeinderatswahl fehlte hinter jedem Kandidaten die Ortsangabe und die Wahlzettel waren damit ungültig. Als dies im Rathaus aufgefallen war, hatten zahlreiche Briefwähler ihre Zettel bereits abgegeben. Sie wurden angeschrieben und konnten neu wählen. Ein Großteil davon wurde noch erfasst, aber bei den Wählern, die von der Briefwahl Gebrauch gemacht hatten, weil sie beispielsweise im Urlaub oder aus anderen Gründen während des Wahlzeitraums abwesend waren, kam die Aufforderung, neu zu wählen leider zu spät.

 

Rhein-Hunsrück-Zeitung vom Montag, 27. Mai 2019, Seite 20 (0 Views)