Hunsrückbahn

Der Zug ist noch nicht abgefahren

 

Seit vielen Jahren wird die Reaktivierung der Hunsrückbahn zwischen Langenlonsheim und dem Flughafen Hahn geprüft. Seitdem wird gefordert, auch aus dieser Bahnstrecke einen Fahrradweg zu machen. Begründungen: Der Flughafen braucht keinen Bahnanschluss und die Strecke würde sich nicht rentieren. 

In der Tat benötigt der Flughafen nicht unbedingt einen Gleisanschluss. Aber darum geht es auch nicht unbedingt. Der Hunsrück ist vom ÖPNV weitestgehend abgetrennt. Eine Bahnverbindung in das Rhein-Main-Gebiet bietet vielen Pendlern die Möglichkeit, vom Auto auf die Bahn umzusteigen. In Frankfurt und Mainz werden ab nächstem Jahr wohl Fahrverbote für einzelne Dieselfahrzeuge gelten. Das dürfte erst der Anfang sein. Sind erst einmal bundesweit solche Fahrverbote durchgesetzt, wird es nicht mehr lange dauern bis sich auch überschrittene Grenzwerte finden, die durch Benzinmotoren mit verursacht werden. Und wieder müssen mehr Autofahrer aus den Städten draußen bleiben, denn die Bundesregierung handelt hier bislang leider nach dem Westernhagen-Motto: „Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept“. Somit liegt die Zukunft bei der guten alten Bahn. Der im Rhein-Hunsrück-Kreis durch Windkraft erzeugte Strom könnte sogar genutzt werden, um Akkumulatorentriebwagen anzutreiben. Umweltfreundlicher geht es wohl kaum.

Und die Rentabilität? Wenn es danach ginge, müssten wohl die meisten Bahnstrecken sofort stillgelegt werden. Werden erst einmal die Gleise rausgerissen und die Strecke in einen Fahrradweg umgewandelt, gibt es kein Zurück mehr, wie die Strecke Emmelshausen – Kastellaun beweist. So wie in Emmelshausen, würde dann auch in Simmern bald aus dem Bahngelände ein attraktives Wohn- oder Gewerbegebiet. Dann wäre für die Bahn auch hier der Zug abgefahren. Die Fehler vergangener Jahrzehnte dürfen sich nicht wiederholen!

 

Walter Maifarth, FDP Boppard